Institut für Migration, Kultur und Gesundheit
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Seminarbeschreibung


Schwangerschaft und Geburt im Migrationskontext -
eine ethnologische Perspektive auf den Zusammenhang von Kultur und Gebären



Was ist Kultur?

■ Vom "ethnologischen Blick" und einem umfassenden Kulturbegriff
■ Übung zur Eigen- und Fremdwahrnehmung
■ Kulturelle Orientierungen (Zeit, Individuum-Familie, Regeln und Strukturen, Hierarchien, Nähe und Distanz)

Ansätze aus der Ethnologie geben eine neue Perspektive auf das Phänomen Kultur im Allgemeinen und die eigene Kultur im Besonderen: In welchem Maße ist unser eigenes Denken und Handeln kulturell bedingt? Welches Verhalten können wir bei anderen auf ihre "Kultur" zurückführen? Neben einem kurzen theoretischen Input zur neueren Debatte um den Kulturbegriff geht es in einer Simulationsübung vor allem darum, spezielle Situationen des Aufeinandertreffens von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen nach zu erleben. Das Modell der kulturellen Orientierungen ermöglicht es, Verhaltensunterschiede auf verschiedenen Ebenen nachzuvollziehen ohne dabei nationalen Stereotypen zu verfallen.


Der Zusammenhang von Befindlichkeit und Kultur

■ Gesundheit, Krankheit und Kultur
■ Körperkonzepte

Die Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit sind in einen kulturellen Kontext eingebettet und bringen Erklärungsmodelle für körperliche Beschwerden hervor. Diese zu erfassen ist eine große Herausforderung für alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen und eine Grundlage der interkulturellen Verständigung. Erklärungsmodellen liegen Körperkonzepte zu Grunde, die sich deutlich von dem der Schulmedizin unterscheiden und vor allem in der Geburtshilfe eine große Rolle spielen.


Kulturen des Gebärens

■ Das Konzept der "Geburtssysteme"
■ Interkultureller Vergleich: Ethnologische Fallbeispiele aus verschiedenen Ländern und Kontinenten
■ Diskussion zur "natürlichen Geburt"

Den Zusammenhang von Kultur und Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett soll sowohl eine theoretische als auch eine praxisbezogene Herangehensweise veranschaulichen. Das Konzept der "Geburtssysteme" liefert einen interkulturellen Vergleichsrahmen, anhand dessen Fallbeispiele zu Geburten in verschiedenen Ländern besprochen werden. An die Auseinandersetzung mit dem "Exotischen" in der Ferne schließt sich die Betrachtung der kulturellen Vielfalt in unserer eigenen Gesellschaft an. Ebenso ergeben sich aus dem interkulturellen Vergleich kritische Fragen an unser eigenes Geburtssystem.


Zwischen den Kulturen: Migrantinnen

■ Lebenssituation und Gesundheitsversorgung von Migrantinnen
■ Fallbeispiele und eigene Erfahrungen

Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden – insbesondere im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung – vorgestellt. Die Betreuung von Migrantinnen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett sind zentrale Aspekte dieses Themenblockes. Welche Probleme treten in der Praxis bei der Versorgung von Migrantinnen auf? Über welche Ressourcen verfügen sie andererseits und wie kann auf diese zurückgegriffen werden? Hierbei wird mit der Methode der Critical Incidents auf das Erfahrungsspektrum der TeilnehmerInnen zurückgegriffen.

   



 

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„Man kann nach so einem Seminar nur noch offen sein gegenüber der ganzen Welt.“

Auszubildende Hebamme, Villingen-Schwenningen